Erfahrungsbericht

…aus der Tierkommunikation (ein Beispiel):

Von Kai Völker

Als Referenz für dich, liebe Claudia, möchte ich einfach mal über einen Vorfall erzählen, der nicht zuletzt durch deine Mithilfe glücklich ausging. Danken möchte ich dir aber auch für deine unermüdliche Mühen und Hilfen, wenn nach dir auch in anderen Fällen gerufen wurde. VIELEN DANK.

Jetzt aber mal von vorne. Ich schreibe dir dies, damit sich Interessierte an der TK eine Vorstellung davon machen können, wie hilfreich eine TK sein kann. Es geht um einen entlaufenen Hund, den wir nach 24,5 Std. wieder hatten.

Was und wie es passiert ist: Mai 2011:
Mittwochs 17.00 Uhr:
Ich geh meine Gassirunde mit meinen beiden Hunden, Thara und Colombo, bekanntlich beides Jäger vor dem Herrn. Beide an der 10 m Schleppleine. Unterwegs sind wir in einem großen Feld und Wiesengebiet in Waldnähe. Es war alles ganz entspannt, kaum Hasen oder sonstiges Wild in der Nähe. Die Wiesen werden langsam abgemäht, so dass alles wieder etwas übersichtlicher wird. Auf dem Rückweg zum Auto gehen wir einem Graben entlang, gegenüber eine frisch abgemähte Wiese, auf der noch die Reihen aufgetürmter Grasabschnitt auf ihre Abholung warten. Mein Colombo wollte dann gerne auf der Wiese laufen und sprang über den Graben. Alles kein Thema, bis dann so ein blöder Busch kurz vor dem Ende der Wiese und des Grabens kam. Da Colombo in letzter Zeit sehr gut im Kontakt mit Wild war – Sitz, Platz, Hier mit der Pfeife hatte an der Schlepp annähernd 100% geklappt – habe ich die Schlepp gehen gelassen und das Ende über den Graben geworfen damit sie nicht im Busch hängen bleibt um Colombo dann nach dem Busch wieder in Empfang zu nehmen. Tausend Mal schon so gemacht, Tausend Mal ist nichts passiert.

Tja und diesmal? Da werfe ich also das Ende der Schleppe rüber und nach ein paar Schritten sehe ich ihn da zwischen den Grasreihen sitzen. Ein Hase! 3 Meter vor meinem Colombo. Okay, ganz ruhig, durch geatmet und Colombo angesprochen. Er schaut zu mir und ich wollte ihm gerade ein Signal geben um zu mir zu kommen als meine Hündin Thara ebenfalls den Hasen entdeckt. Sie ist immerhin nicht sofort durchgestartet, war der Hase von ihr doch auch nur 5 Meter weg, was für Thara schon ein Riesenerfolg ist, nur mal so nebenbei bemerkt. Sie also gestockt und zum Hasen geschaut, dass reichte schon meinem Colombo aus um auch in die Richtung zu schauen. Der hatte dann wahrscheinlich gedacht: Cool, Weihnachten und Ostern zusammen an einem Tag und hetzt los. Meine Hündin dann natürlich auch dabei, die war aber noch sicher mit der Schlepp in der Hand. Nur mein Colombo, dem seine Schlepp erreichte ich nicht mehr und er reagierte auch auf keinen Pfiff mehr. Na gut, dann eben nicht dachte ich, war er doch sonst immer wieder nach max. 10 min. wieder zurück. Habe mich geärgert, da es dann immer bedeutete „Reset“ oder „Format Hundehirn“ und ich muss wieder von vorne anfangen. Bisher ist es aber auch nur 2 mal vorgekommen und das letzte Mal schon ca. 1 Jahr her. Er flog also dem Hasen hinterher, die Schlepp natürlich mit sich gezogen. Nach 5 Minuten kein Hund in Sicht. Normalerweise bleibe ich dann immer an Ort und Stelle, musste ich ja auch noch Thara beruhigen. Da kam der Bauer auf die Wiese und wollte sein Gras abholen. Shit, wenn der Doofkopf jetzt zurück kommt und in den Trecker rennt … Bin ich also in Richtung Wald und in die Büsche in die er dem Hasen hinter her ist um ihn vorher abzufangen. Auf dem Weg dorthin höre ich es aus dem Wald Kläffen und Jaulen. Oh, Oh, dachte ich, die Schlepp ist noch dran, der wird doch nicht fest hängen? Nach einiger Zeit bin ich dann weiter dort hoch, durch Büsche, Gestrüpp und Hüfthohe Wiesen und dachte mir wie viele Zecken ich und meine Thara jetzt wohl abbekommen. Aber keine Spur mehr von Colombo ….. Und da ich eigentlich nach dem Gassi zu einer guten Bekannten wollte um mit Thara auf deren Hof mal Fahrrad fahren zu testen, habe ich sie vom Handy aus angerufen und gesagt, dass das wohl nichts wird und ich später komme …..

17.00 – 20.00 Uhr, Stunde 0 – 3:
Meine Bekannte, übrigens eine sehr gute Freundin und wir gehen täglich zusammen Gassi, fragte sofort wo ich bin und das sie dort hin käme. Innerhalb 15 Minuten war sie dann auch schon auf dem Parkplatz zu sehen und wir telefonierten uns zusammen und machten einen Treffpunkt aus. Bis dahin bin ich weiter durchs Gestrüpp und Wiesen, komischerweise hatten wir das am Ende ohne auch nur eine Zecke überstanden.

Als wir dann zusammengekommen sind, habe ich meine Thara erst Mal zum Auto gebracht und meine Bekannte ging weiter nach Colombo suchen. Thara war ziemlich fertig. Sie wollte zwar nicht ohne ihren Colombo zurück aber es war so super aufregend für sie und sehr warm war es dazu auch noch. Wieder bei meiner Bekannten angekommen, sind wir zusammen in den Wald. Sie hatte ihren Hund dabei, der Colombo schon mal aus einem Gebüsch heraus holte als er damals einem Reh hinter her ist. Also dann, quer durch den Waldrand übers Gehölz gestürzt. Da ich ja annahm, dass Colombo irgendwo mit der Schlepp festhing. Wir sind tatsächlich so 1,5 Stunden da rum gefallen. Mal im Wald, mal am Waldrand, so dass man über die Wiesen schauen konnte. Wiesen die zum Großteil Hüfthoch sind und man da niemals einen Hund gesehen hätte. Im Wald super unwegsam, dann mal wieder auf den Wegen, wieder Waldrand, usw. Dabei haben wir unglaublich viele Hasen aufgescheucht, so dass ich schon annahm das Colombo eine schöne Party feiert. Keine Spur, nicht die geringste Spur von Colombo. Meiner Bekannten ihr Hund war dann auch ziemlich fertig und musste auch erst Mal wieder zurück ins Auto. Dann sind wir noch mal zurück zu dem Punkt an dem Colombo durchgestartet ist und haben dort noch mal die Büsche usw. abgesucht. Der Bauer hatte einen Teil seines Grases aufgesammelt und es sah aus, als hätte er für heute Feierabend gemacht.. Immer noch keine Spur von Colombo, auch kein Laut mehr gehört. Shit, es ist 19.00 Uhr. Bereits seit 2 Stunden ist er weg. Lagebesprechung gehalten. Okay, erst Mal kurz nach Hause. Umziehen, für einen langen Abend rüsten. Meine Frau kommt auch bald nach Hause. Sie informieren und den Telefondienst auftragen. Angerufen werden müssen der Jagdpächter, Förster, Jäger, Polizei, Tasso usw.. Ich habe dann mein T-Shirt ausgezogen und an der Stelle wo er weg ist liegen lassen. Zuhause dann meine geschockte Frau empfangen und Aufgaben koordiniert. Die Hunde zuhause gelassen, umgezogen und wieder zurück, dabei meine Bekannte wieder eingesammelt. Währenddessen habe ich Claudia versucht anzurufen, damit sie ihre Fähigkeiten einsetzen kann. Nicht erreicht. Mist, also noch jemanden angerufen, der bitte versucht sie zu erreichen und dann wieder hoch zum suchen ….

20.00 Uhr – 22.00 Uhr, Stunde 3 – 5:
Mit in lange Hosen eingepackten und durch das ganze Gestrüpp geschundenen Beinen ging es dann also weiter. Auto geparkt und ausgestiegen, während der Fahrt dahin haben wir erst noch ein paar auf die schnelle geschmierte Brote von meiner Bekannten gegessen. Sie ist ein Goldstück und denkt echt an alles. Stirnlampen noch die Batterien getauscht und eingesteckt, da wir davon ausgingen das es dunkel werden wird ehe wir ihn finden. Vom Parkplatz aus sahen wir, dass der Bauer wieder seine Arbeit aufgenommen hat. Mist, da kommt er dann bestimmt nicht wieder dort hin zurück und mein T-Shirt ist wahrscheinlich mit dem Gras aufgeladen worden. Als wir auf dem Weg zu der Stelle über die Wiesen liefen, hörten wir es: WAU,WAU, WAU ….. Angestrengt lauschend und stockenden Ganges standen wir auf der Wiese. Ist das Colombo, wo kommt es her? Vom Bellen her nach war es Colombo und ich hatte schon an der Art des Bellens die Befürchtung, dass er immer noch eine Jagdparty feiert. Lokalisiert haben wir das Bellen in der Richtung, in der er auch abgegangen ist. Wobei ess bei dem Wald- und Wiesengebiet schwer auszumachen ist, woher genau es kam. Also haben wir unseren Plan geändert und sind direkt dort hin anstatt zu der Wiese mit dem liegen gelassenen T-Shirt. Die Gegend dort ist stellenweise sehr steil und oben angekommen standen wir außer Puste und horchend. Seit dem einen Bellen hatten wir aber auch nichts mehr gehört. Von dort konnten wir die ganze Gegend überblicken und sahen ein Auto Richtung des Parkplatzes fahren um dort zu parken. Es war noch eine gute Bekannte die durch meine Frau informiert worden ist und zum helfen kam. Sie hatte auch einen Hund dabei und sollte dann unten beim T-Shirt die Stellung halten. Wir also wieder rein in den Wald, raus aus den Wald, rein in den Wald, quer durch den Wald, quer durch Wiesen der Waldlichtungen usw. bis wir nach einiger Zeit wieder zurück waren und keine Spur fanden und auch keinen Laut mehr hörten. Während dieser Zeit und nach etlichen Handytelefonaten haben wir uns dann wieder an der T-Shirt Stelle getroffen um die Lage zu besprechen. Mittlerweile sind dann auch meine Frau und mein Schwiegermutter zum suchen eingetroffen. Dann ist auch tatsächlich noch die Polizei dort oben rumgefahren und ich bekam einen Anruf das Claudia nun bescheid wisse und sich melden würde. Also dann, wieder Teams eingeteilt und weiter suchen und den Radius etwas erhöhen. Was sollten wir sonst auch machen. Dass ging dann so bis 21.45 Uhr als mein Handy klingelt und die T-Shirt Stelle anrief und mich fragte ob ich das Bellen höre. Danach mit meiner Frau abgesprochen und dann sind wir aus zwei verschieden Richtungen in Richtung des Bellens gelaufen. Leider erfolglos ….

22.00 Uhr – 24.00 Uhr, Stunde 5 – 7:Es wurde langsam Stockdunkel im Wald und auf ein Mal huschte etwas direkt vor uns über den Weg und eine Böschung hinauf. Es war etwas dunkles und in der Größe eines Hundes, jedoch hat im Schein unserer Stirnlampen nichts reflektiert, da Colombo so ein Halsband anhatte das reflektiert hätte. Es wurde auch keine Leine hinter her gezogen. Aufgeregt waren wir dennoch, konnten aber an der Stelle nichts erreichen. Unsere Rufe verschallten und vom Weg herunter gehen wurde zu gefährlich, was brachten uns an der Stelle gebrochene Knöchel durch übersehenes Unterholz? Wir bekamen auch langsam etwas Angst davor Wildschweinen zu begegnen. Da rief der Jagdpächter an und fragte nach dem Stand der Dinge und meinte schlussendlich wir sollten uns aus dem Wald raus machen und auf jeden Fall mit Beleuchtung unterwegs sein. Seine Kollegen wären zwar so gut wie alle wie informiert, dennoch wäre das jetzt zu gefährlich und ein paar würden sicher draußen auf den Hochsitzen sein. Die wären auch eben nicht zimperlich, da wohl viele Kitze im Wald seien. Die Wildschweine hätten wohl auch Frischlinge usw. Alles in allem wurde der Wald jetzt für uns zu gefährlich und außerdem viel zu dunkel, da hätten die besten Taschenlampen nichts mehr gebracht. Auf dem Weg Richtung meiner Frau und Schwiegermutter kamen uns dann durch den Wald zwei Autos entgegen. Ich dachte erst, super Jäger, die kann ich gleich informieren. Pustekuchen. Da wollten welche nur eine Abkürzung nehmen. Angehalten hatte ich sie trotzdem und gefragt ob sie einen Hund gesehen hätten. Nein, haben sie nicht aber wenn wir einen wöllten, könnten wir diesen hier haben und mich schaute ein wunderschöner schwarzer Schäfi an. Wäre es nicht diese Situation gewesen, weiß ich nicht was ich da gemacht hätte. Also weiter in Richtung meiner Frau, die waren nämlich ohne Lampen unterwegs. Auf dem Weg dort hin hörte ich einen Schuss und kurz darauf noch einen. Mir ist das Herz in die Hose gerutscht, wir kamen aber zu dem Schluss, dass diese zu weit weg waren. Bei meiner Frau angekommen, wieder Lagebesprechung und in Richtung der T-Shirt Stelle gelaufen. Dort angekommen, wurde dann beschlossen das ich mit dem Auto an der T-Shirt Stelle übernachten werde, falls er doch zurück kommen sollte. Wir brachen dann also die weitere Suche erstmal ab und wollten zu den Autos gehen. Da rief Claudia an und sagte Colombo wäre auf 180 und so was von überdreht, dem könnte man ein Schnitzel vor die Augen halten und er würde es nicht merken. Er wisse auch, dass er etwas gemacht hat, dass er nicht hätte tun sollen, hätte aber auch keine Angst zurück zu kommen. Er wäre aber auch etwas Orientierungslos, da er von einer Wildspur zur anderen kam und wisse den Rückweg nicht mehr. Wenn wir Hunde dabei hätten, sollten wir diese mal bellen lassen, damit er sich evtl. orientieren kann wenn er es hören würde. Genau in dem Moment hörten wir ihn wieder bellen. Gleiche Richtung wie vorher nur leiser. Wir haben dann einen Hund bellen lassen, was aber ohne Antwort blieb. Wir sind dann nach ein paar Minuten wieder zu den Autos gegangen. Ich hatte ja den Jagdpächter auch schon über meinen nächtlichen Plan mit dem Auto erzählt und Claudia meinte auch, dass wäre vielleicht eine gute Idee. Gut, dann schnell nach Hause und Decken und Verpflegung für die Nacht holen. Es wird bestimmt kalt werden. Den morgen zuvor waren es nur 3°C um halb sieben, also besser warm anziehen, da ich die Heckklappe offen stehen lassen wollte, wenn ich dort stehe. Zuhause angekommen habe ich mich entschlossen meine Thara mit zu nehmen. Da bin ich nicht so alleine und sollte ich wegdösen, wird sie es schon merken, sollte Colombo zurück kommen. Alles eingepackt und meine Total-durch-den-Wind-Hündin eingeladen und los ging es, an der Tanke vorbei und schnell noch Zigaretten für die Nacht geholt und ab zu der T-Shirt Stelle. Auf dem Weg dorthin habe ich mich fast noch festgefahren, bin aber schlussendlich gut dort angekommen. Stockdunkel, absolute Stille und eine so was von aufgeweckte und aufmerksame Thara neben mir auf dem Beifahresitz ….. Total Spooky ….

24.00 Uhr – 05.30 Uhr, Stunde 7 – 12,5:
Spooky im wahrsten Sinne des Wortes. Ich voller Sorge um meinen Colombo mit schmerzenden Beinen und Füßen, langsam zu müffeln beginnend im tiefen Dunklen Feld in absoluter Stille mit einer total aufmerksamen Thara, die mit ihren viel besseren Ohren wohl jedes Minigeräusch hörte und sich in alle Richtungen drehte. Dann, ca. 00.30 Uhr. Ein Bellen, aus dem Wald, wieder etwas näher und ich fange wieder an zu hoffen, dass er evtl. auf dem Rückweg ist um dann mit langer, stiller und dunkler Zeit gestraft zu werden. Ab und zu hörte man ein Reh bellen, ein Rascheln irgendwo. Komischerweise fing ich ob der Stille an mit Thara nur noch zu flüstern, als hätte ich Angst mich könnte jemand hören. Nach einigen Broten und unzähligen Schlücken Kaffee und einigen Zigaretten, schoss meine Thara, die sich zwischendrin mal auf dem Beifahrersitz einrollte, hoch und lauschte. Ich hörte es auch, bildete es mir auf jeden Fall ein. Es ist ca. 03.30 Uhr und ich höre aus einer anderen Richtung als vorher und viel leiser ein Bellen, dass mein Colombo gewesen sein konnte. Mist …..
Um ca. 4.00 Uhr kam der Mond über dem Wald zum Vorschein und es wurde etwas heller und immer kälter. Passiert ist sonst nichts mehr. Um 05.30 Uhr rief meine Bekannte an und sagte sie käme jetzt wieder dort hoch, es wäre ja langsam hell ….

05.30 Uhr – 10.00 Uhr, Stunde 12,5 – 17:
Also mit dem Auto wieder zum Parkplatz. Meine Bekannte hat Kaffee mitgebracht. Eine wahre Heldin. Von der Nacht erzählt und wieder ein neuer Lageplan. Ab in den Wald, Bergauf und Bergab, wie gehabt und keine Spur und kein Laut. Die Hasen, dich ich mittlerweile immer weniger Leiden mag, tummeln sich auf den Wiesen und die Rehe sehen uns fragend an.
So liefen wir wieder durch den Wald und Felder und Wiesen ohne auch nur den geringsten Erfolg. Das ist sehr deprimierend. Um 9.00 Uhr eine Sms von Claudia: „Colombo ist die ganze Nacht gelaufen und ruht sich jetzt aus, sie versucht es später noch mal“. Hmm? Die ganze Nacht gelaufen? Das hört sich nicht gut an, gerade wenn ich bedenke, dass das letzte Bellen heute Nacht so leise war. Das heißt dann wohl Radius ausdehnen. Meine Frau angerufen und gesagt sie solle ein Suchplakat anfertigen ich komme schnell nach Hause und hole sie ab, da meine Bekannte erst mal für ein paar Stunden weg muss. Also meine Frau abgeholt, in den Kopieshop und 50 Farbkopien gemacht, Klarsichthüllen, Klebeband und Reiszwecke gekauft und wieder hoch zum suchen. Eine andere Bekannte war bereits auch wieder vor Ort und sie hat den Auftrag bekommen die Suchplakate aufzuhängen. Ich bin dann mit meiner Frau etwas weiter hoch in den Wald mit dem Auto gefahren ….

10.00 Uhr – 13.00 Uhr, Stunde 17 – 20:
So, Kiney und Cingár meine beiden Pflegehunde aus dem Auto, die waren immerhin noch kein Gassi und können auch gleich mitgehen. Thara wollte ich eigentlich eine Pause gönnen. Aber denkste, Colombo suchen? Nicht ohne mich dachte sie sich und macht sich lautstark bemerkbar, was sie sonst sehr selten macht.
Wir liefen in Richtung eines Funkturmes und riefen immer wieder mal nach ihm. Keinerlei Laute oder Spuren, nichts zu machen. Zurück am Auto sind wir dann die Waldwege mal abgefahren, dabei auch ein paar Suchplakate aufgehangen. Ohne jeglichen Erfolg und man hört langsam die Flöhe husten und bildet sich ein Bellen ein wo keins ist. Meine Bekannte rief an und sagte sie käme jetzt auch wieder. Leute, 3 Stunden durch den Wald ohne irgendwas zu erreichen und ich denke: Der Blödmann, schläft den Schlaf der Gerechten nach so einer Nacht. Zurück zum Parkplatz also …..

13.00 Uhr – 16.00 Uhr, Stunde 20 – 23:
Da steht sie meine Bekannte mit einer Kühltasche Getränke und einer Curry Wurst für jeden. Die Gute. Gegessen und getrunken und überlegt was wir machen wollen. Okay, meine Frau muss mit Kiney erst mal nach Hause. Die Kleine ist krank und braucht ihre Medizin. Ich kann meine Beine und Füße bald nicht mehr bewegen, gehe aber trotzdem wieder auf die Suche. Das Handy klingelt, Claudia ist dran: „Er befindet sich auf einer Lichtung mit solch unten eingepackten jungen Bäumen und irgendwas was aussehen könnte wie von einem Imker oder eine Heuraufe …. Hat er was mit dem Gelenken? Er liegt und hat Schmerzen und wird sobald nicht aufstehen, nehmt einen anderen Hund mit, er wird auch nicht mehr viel laut bellen, sondern leise jammern oder winseln ….“ Wir haben noch längere Zeit über die Beschreibung der Stelle gesprochen und auch meiner Bekannten hat es Claudia noch mal beschrieben.
Was für eine Nachricht. Meine Frau war nun auch wieder da und hat Thara mitgebracht. Los geht’s, Stellen überlegt die passen könnten und abgesucht, zwischendurch mal getrennt und wieder zusammen. Was soll ich noch sagen. Ohne Erfolg. Dann wollten wir mit dem Auto zu einem anderen Punkt fahren, der passen könnte aber weiter weg ist …..

16.00 Uhr – 17.00 Uhr, Stunden 23 – 24:
Auf dem Weg zu der Stelle kamen wir an dem Punkt vorbei an dem uns am Vorabend im Dunkeln dieses dunkle etwas über den Weg gehuscht ist. Aus einer spontanen Eingebung blieben wir stehen. Da war eine Lichtung, Claudia sagte was von einer Lichtung, alle raus aus dem Auto und suchen gehen. Keine eingepackten Bäume usw. aber egal. Meine Frau klettert auf einen Hochsitz und ruft, wir anderen quer durchs Gestrüpp und Geäst. Keine Chance, keine Spur. Die Hoffnung und Kraft schwindet langsam, wo kann er nur sein? Meine Bekannte sagte, dass sie eben weiter dort oben junge eingepackte Bäume gesehen hätte aber nicht dorthin durch käme. Ich wusste das dort oben ein Parallelweg verläuft und wir wollten dann an die ursprünglich angedachte Stelle fahren und danach dann dort hoch ….

17.00 – 17.30 Uhr, Stunde 23 – 24,5: DAS HAPPY END
An der Stelle fanden wir natürlich nichts und die Verzweiflung und das Gefühl der Hilflosigkeit wurde immer größer. Wo ist er nur, ist ihm was schlimmeres passiert, was wenn wir ihn nicht finden, usw. Nun denn, den Parallelweg zu der Lichtung wollten wir noch probieren. Also steil bergauf auf recht unwegsamen Wegen mit dem Auto hoch. Wir waren nun alle Fußlahm und es waren weite Distanzen zwischen den Stellen. Kurz vor der Stelle wo ich hin wollte sagte meine Frau „Wir waren doch hier schon mal heute morgen?“ Stimmt, das waren wir. Aber zu der Zeit ja leider ohne Erfolg. Angekommen an der Stelle steht dort auch so ein Bauwagenähnliches Holzdingens, das auf die Aussage von Claudia passen könnte. Auch junge eingepackte Bäume stehen dort zuhauf. Rein da und Richtung der Lichtung. Total unwegsam und kaum ein Durchkommen. Ich entschied, dass wir uns ein paar Meter weiter vorne noch mal da rein machen sollten um besser durch zu kommen. Gesagt, getan und umgedreht. Meine Frau erglimmt wieder einen Hochstand und ruft nach Colombo. Meine Bekannte und ich waren kurz vor der Stelle wo wir uns wieder Richtung Lichtung rein schlagen wollen. Da hören wir etwas klimpern. Das hätte die Steuermarke und Marke mit der Handynummer und Name von Colombo gewesen sein können. Ein Kribbeln macht sich in meinen Bauch breit und ich merke wie die Kraft wieder in mich zurück kehrt. Wir schauen uns an und in diesem Moment: KLÄFF-JAUL-KLÄFF ….. Er ist es, er ist irgendwo hier. Ich renne zurück, wieder ins Gestrüpp, ohne Rücksicht auf Verluste und auf meine Beine durch Brennnesseln und Dornen. Wir rufen nach ihm, ein paar Mal und dann höre ich ihn wieder, ändere die Richtung, falle über irgendwelches Gehölz und kämpfe mich weiter. Dann steht er da. 25 m weit vor mir. Ich denke, wenn du jetzt weg rennst du Blödmann und sehe in dem Moment schon, dass er das gar nicht kann. Die Schleppleinen hat sich in der Mitte ihrer Länge ein paar Mal um einen Baum gewickelt und ich renne, falle, stolpere zu ihm. Nehme ihn in die Arme und drücke ihn fange an zu weinen. Er freut sich so riesig und ich sage euch. „WENN HUNDE WEINEN KÖNNTEN, ER HÄTTE ES GETAN“ Was waren wir so glücklich und während ich diese Zeilen hier schreibe, habe ich wieder Tränen in den Augen. Ich, ich altes Rauhbein. Ich bin so glücklich und dann kommen meine Frau und meine Bekannte und es geht ihnen genauso wie mir. Ich mache die Kurze Leine an sein Halsband, die Leine die ich bereist seit 24,5 Stunden ohne einen Hund daran mit mir rum schleppe und löse die Schleppleine. Meine Bekannte entwirrt sie. Ich nehme Colombo auf den Arm und trage ihn die 100 m auf den Weg und untersuche ihn kurz. Ich habe ihn wieder und wir alle waren so froh. Jetzt kann ich nicht mehr schreiben, ich muss ins Schlafzimmer zu meinen Colombo und ihn kuscheln und ihm sagen, wie froh ich bin, dass er hier ist. Der liegt auf dem Bett und schläft so tief und fest , wie es ein glücklicher Hund nur tun kann …..

Liebe Claudia, du hast uns am Suchen gehalten und uns super toll unterstützt, ich weiß nicht wann und ob überhaupt wir Colombo ohne dich gefunden hätten. Vielen, vielen Dank noch mal.

Claudia unterstützt mich mittlerweile auch sehr stark in der Verhaltenstherapie bei einigen Hunden, da ich eine Hundeschule besitze und stark in der Verhaltenstherapie tätig bin, konnten wir zusammen schon vielen Hunden helfen.******************************* (Kai Völker, Hundeschule Lexa, im Web: http://www.hundeschule-lexa.de )